Gestern am späten Abend zog sich der Himmer immer weiter zu und von der Ferne rückte das Wetterleuchten immer näher. Blitz und Donner sind dann doch an Merzig vorbei gezogen, lediglich einige
kurze Schauer sind in der Nacht runter gekommen. Die hat mein Zelt gut überstanden.
Der erste Teil der Strecke ist wieder recht schön. Bald folgen jedoch am gegenüber liegenden Ufer die Schönheiten der Stahlindustrie im Saarland. Auch einige Leichen der Hochöfen für die Eisen-
und Stahlerzeugung sind darunter. Wenn es auch im landläufigen Sinn keine schön anzusehende Bauwerke sind, so sind sie dennoch interessant.
In Saarbrücken mache ich am Rande eines großen Volksfestes an der Saar eine längere Pause. Bei dem Fest geht es um ein Wettrennen in „Drachenbooten“. Von überall her kopmmen Menschen mit
einem Paddel unterm Arm. Den Wettkampf warte ich aber nicht mehr ab. Ein Gastwirt scheucht mich von meinem Plätzchen auf, da ich nichts bei ihm bestellt habe. Ich schaue eigentlich vom Uferrasen
dem Treiben zu und hatte nicht den Eindruck, dass die Bank am Flussufer zum Biergarten gehört. Dennoch nutze ich die Gelegenheit und fahre weiter.
Kurz nach Saarbrücken führt der Radweg dann schon durch Frankreich, immer entlang der Grenze und der Saar. Eine Besonderheit stelle ich hier fest. Gleich nach der Grenze sind Hinweise zur
Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h auf den Weg gemalt. Das blieb so auf dem gesamten Saarweg. Daran gehalten haben sich aber nur die GemütlichfahrerInnen.
Bis Saarbrücken waren auf der Saar immer noch Lastschiffe unterwegs. Das ändert sich aber ab hier. Der Fluß wird gleich viel schmaler und hier sind nur noch private Boote unterwegs, meist
Hausboote.
Der Radweg führt ab Saarbrücken fast immer entlang der Saar und immer ohne Verkehr, meist ist dieser sogar weitab. Der letzte Campingplatz war für meine normale Tagesetappe von 50 - 80 km auf
meiner Karte in Deutschland verzeichnet, so dass ich mich auf Wildcamping einstelle. Durch Zufall entdeckte ich bei einer Rast jedoch ein Schild mit einem Hinweis auf einen Campingplatz in
Keskastel.
Mein Tacho meldet mir für diesen Tag schon über 85 km und der nächste Campingplatz soll laut ADAC-Campingapp noch mehr als 40 km entfernt sein. Nach weiteren 15 km finde ich einen riesigen
Campingplatz, sehr schön an einem Badesee gelegen. Den probiere ich nach dem Zeltaufbau gleich aus, am Morgen kurz vor der Abfahrt gleich noch einmal.
Link zur Etappe:
Merzig - Keskastel




Kommentar schreiben